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Caproni Trento Logo Caproni Vizzola con motore NSU Logo

Unter der Firmenbezeichnung Caproni-Vizzola (Costruzioni Aeronautiche Caproni) entstanden in einer ehemaligen Flugzeugfabrik in Italien von 1953 bis 1959 Motorräder mit NSU Motoren. Verwendet wurden Zweitakter von 98 bis 200 ccm und Viertakter von 173 bis 247 ccm (einschließlich Maxmotor). 

Bildersammlung:

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caproni2.600x323.jpg (27220 Byte) Caproni, wie sie im Oktober 2001 in Ebay angeboten wurde von "Superkrause" caproni_max_nicola.790x557.JPG (85787 Byte)
Caproni Max
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Caproni Maxi
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Caproni Maxi

 

Nachfolgend habe ich einige Informationen zusammengestellt,die ich von "PaulMax" (Mail: PaulMax@t-online.de ) erhalten habe:

Der Schriftzug auf dem Emblem ("Con Motore NSU") heißt "mit NSU Motor"

In den fünfziger Jahren wurden NSU Motoren von einigen Herstellern in Italien für Mopeds und Motorräder verwendet. Meist stammten nur der Rahmen und einige Anbauteile von dem Hersteller des Motorrades; alle sonstigen Einzelteile wurden von Zulieferfirmen wie Aprilia, CEV und Marzocchi gekauft.

Die Motorräder wurden in Kleinserien gebaut, und es ist nicht mehr viel Wissen über diese Firmen und diese Maschinen vorhanden. Selbst in italienischen Fachzeitschriften wie MOTO STORICHE & D'EPOCA (Heft 9 vom September 96) wird in heutiger Zeit widersprüchlich und wenig informativ über diese Marken wie CON, Moto Müller, Berneg/Bernardi, Bonvicini oder Caproni berichtet. Da nur wenige Exemplare über einen relativ langen Zeitraum gebaut wurden, waren die Maschinen bereits ab Werk je nach Lieferbarkeit der Zubehörteile recht unterschiedlich ausgestattet. Die Maschinen unterscheiden sich oft in Form anderer Lenker, Vorderradkotflügel, Telegabel und Sitzbank. Es gab sie mit Halb- und Vollnaben-Bremsen, was wahrscheinlich von Baujahr zu Baujahr verschieden ist.

Die Produktionszahlen werden auf 600 bis 700 geschätzt. Ist kein zum Fahrzeug gehörendes Dokument vorhanden und ist auch kein Typenschild oder ein Emblem zu finden, werden diese Maschinen meist als Caproni bezeichnet, obwohl sie manchmal einer anderen Marke angehören. Ich hoffe mit dieser Website etwas Licht ins Dunkel zu bringen. Wer Originalunterlagen oder Bilder von Ausstellungen aus den fünfziger Jahren besitzt, möge sich bitte bei mir melden. Ich bin gern bereit, dieses Material hier einzuarbeiten - und wir haben alle was davon.

Die Firma Caproni wurde etwa 1910 gegründet und ist eigentlich durch Flugzeugbau bekannt geworden. Nach dem Krieg wurden in den beiden Werken "Aero Caproni" in Trento und Caproni-Vizzola in Vizzola/Ticino auch Motorräder gebaut, wobei die Maschinen mit NSU-Motoren vermutlich nur im Werk Vizzola gebaut wurden.

Bei frühen Capronis (bis etwa 1953) hat die Rahmenbauweise Ähnlichkeit mit den NSU Pressblechrahmen Modellen. Ab etwa 1954 verwendete Caproni dann Rohrrahmen und 18-Zoll Räder. Ein sicheres Merkmal dieser Capronis mit Rohrrahmen ist der typische Öltank auf der linken Seite. In ihm ist auch der komplette Luftfilter (mittig angeordnet, abgedeckt mit Alu-Gitter 115 mm Durchmesser) untergebracht. Auf der rechten Seite befindet sich ein Werkzeugkasten in einer dem Öltank entsprechenden Form. Die Batterie ist in zwischen diesen Behältern untergebracht.

Der Rahmen zeichnet sich aus durch ein starkes Zentralrohr mit einem Rahmenunterzug aus zwei 20 mm dicken Rohren, der unter dem Motor und in der Nähe des Lenkkopfes mit dem eigentlichen Rahmen verschraubt ist. Diesen kann man zur Erleichterung des Motorausbaus abschrauben. Die hinteren Federbeine sind an zwei geraden, sich verjüngenden Rahmenauslegern abgestützt. 

Die Identifizierung dieser Bikes, die sich recht ähnlich sehen, gestaltet sich entsprechend schwierig. Maschinen, die bereits einmal in Deutschland zugelassen waren, haben immerhin ein Typenschild und einen Brief, aber Italien-Importe sind oft nur anhand einer eingeschlagenen Rahmennummer zu identifizieren. Es sind derzeit Rahmennummern zwischen 20392 und 20615 bekannt. Die "2" deutet offenbar auf die zweite Serie mit Rohrrahmen hin. Hat jemand Kenntnis von einer Caproni der ersten Serie mit Pressblechrahmen in Deutschland? Bitte melden! Hat man es mit einer Fahrgestellnummer zu tun, die mit 003.. beginnt, spricht einiges dafür, dass es sich um eine von den "CON"-Mäxen" (Max Nationale) handelt, die ab Werk 16 Zoll Rädern ausgestattet waren.

Hier ist ein italienischer Bericht, der auf Initiative von "PaulMax" dankenswerterweise in die deutsche Sprache übersetzt worden ist. Die Quelle ist leider nicht bekannt: 

"Caproni Vizzola - Motor NSU MAX 250ccm - 1954

Beschrieben von Giuliano Boldrini - via Catena 21 - San Miniato (Pisa).

Weil es in der Nachkriegszeit für die Flugzeugbaufabrik Caproni Vizzola schlechte Absatzmöglichkeiten gab, produzierte sie zwischen 1953 und 1959 auch Motorräder. Als Antriebseinheit für die produzierten Motorräder entschied sich die Firma unter anderem für 2- und 4-Takt NSU-Motoren aus Deutschland, von der 175er Fox, der 200er Lux und der 250er Max.

Anfangs verwendete Caproni Vizzola einen Rahmen, der in seinem Aufbau stark an die NSU-Rahmen erinnert. Die aus Blechhälften verschweißten Rahmen hatten oben ein Rohr für den Lenkkopf und unten eine Verstärkungsplatte zur Aufnahme von Motor und Schwingenlagerung. Der hintere Teil des aus gewölbtem Blech geschweißten Rahmens war gleichzeitig auch Kotflügel.

Für die Federung der hinteren Schwinge sorgte Anfangs eine Art Gummipuffer (Silentblock), der gleichzeitig auch die Dämpfung übernahm. Die Vordergabel mit geschobenen Kurzschwingen war mangelhaft und von schlechter Qualität. Die Federung übernahm ein innerer Mechanismus mit einer im inneren, zwischen Lampe und Lenkkopf befindlichen zentralen Feder.

Die ab 1954 produzierten Maschinen hatten einen klassischen Rohrrahmen mit einem dicken, gebogenem Hauptrohr und Auslegern zur Aufnahme der hinteren Federbeine und eine konventionelle Teleskopgabel. Von da an blieben die Rahmen bis zur Einstellung der Produktion unverändert. Alle weiteren Änderungen bezogen sich nun auf Anbauteile, wie zum Beispiel den Auspuff, oder die Verwendung von Halb- und Vollnabenbremsen. Dadurch kann auch das Aussehen dieser Maschinen recht unterschiedlich sein." 

Soweit das Zitat aus italienischer Quelle.

Als Caproni Mäxe ausgegebene Maschinen werden dann und wann in den deutschen Fachzeitschriften oder auch bei www.ebay.de  angeboten. Man sollte anhand der Merkmale, die auf dieser Seite gesammelt werden, genau prüfen, ob es sich tatsächlich um eine Caproni oder um eine der anderen italienischen Marken mit NSU Motoren handelt. Selbst italienische Papiere bieten offenbar keine Gewissheit. 

PS: Informationen und Bilder zu italienischen Maschinen mit NSU FOX Motoren gibt es in dem Buch von Klaus Arth "Fixe Fahrer fahren Fox". ISBN 3-9804987-2-7

 

Haben Sie Informationen oder Material zum Thema "Caproni"? Bitte setzen Sie sich per e-Mail mit mir in Verbindung (webmaster@schouwer-online.de), damit hier eine informative Seite zu diesem Thema entstehen kann!

 
 

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